Wie viel Potenzial steckt in internationaler Zusammenarbeit?
Diese Frage begleitete Chris Knuchel von der hftm, als er Ende November nach Äthiopien reiste. Sein Ziel: die renommierte Universität Hawassa. Was ihn dort erwartete, war eine Mischung aus inspirierenden Begegnungen, lehrreichen Momenten und der Erkenntnis, dass Bildung verbindet.
Ein lebendiger Campus mit Weitblick
Schon der erste Eindruck der Universität Hawassa hinterliess bei Chris Knuchel bleibende Spuren. Mit rund 45'000 Studierenden zählt sie zu den grössten und bedeutendsten Hochschulen des Landes. Zudem spielt sie eine wichtige Rolle für die wirtschaftliche, soziale und technologische Entwicklung Äthiopiens. Gelegen an einem grossen See im Great Rift Valley im Süden von Äthiopien, ca. 200 km von Addis Abeba entfernt, in einer Gegend mit Kaffeeanbau, schafft die moderne Architektur der lichtdurchfluteten Gebäude und die weitläufigen Parkanlagen nicht nur eine angenehme Lernumgebung, sondern lädt zu Begegnungen und Austausch ein. Hier wird Bildung nicht nur gelehrt, sondern gelebt.
Wissen trifft auf Herausforderungen
Chris Knuchels Schwerpunkt lag auf dem Bachelorstudiengang Mechanical Engineering. Trotz begrenzter technischer Ausstattung – Laptops oder moderne Labore sind hier keine Selbstverständlichkeit – beeindruckten die Studierenden mit ihrem theoretischen Wissen und mathematischen Fähigkeiten. Doch es zeigte sich auch: In der praktischen Anwendung gibt es Entwicklungspotenzial. Genau hier könnte das duale Bildungssystem der Schweiz wertvolle Impulse setzen und neue Perspektiven eröffnen.
«Es ist erstaunlich, welches Wissen die Studierenden trotz limitierter Ressourcen mitbringen. Das zeigt, wie stark ihr Wille zum Lernen ist.»
Unterrichten, Lernen und Wachsen
Während seines Aufenthalts unterrichtete Chris Knuchel acht Lektionen, nahm Prüfungen ab und korrigierte Arbeiten. Die aktive Beteiligung der Studierenden war bemerkenswert: Sie stellten Fragen, diskutierten lebhaft und zeigten, dass sie trotz sprachlicher und kultureller Unterschiede vor allem eines teilen – den unbedingten Willen, zu lernen. Diese offene und respektvolle Atmosphäre machte jede Unterrichtsstunde zu einem echten Erlebnis.
YEEP: Wo Ideen keine Grenzen kennen
Ein besonderes Highlight war die Begegnung mit der YEEP-Gruppe (Young Entrepreneur Exchange Project). In diesem Programm arbeiten Studierende aus der Schweiz und Äthiopien an gemeinsamen Projekten. Der Austausch brachte nicht nur innovative Ideen hervor, sondern auch ein tieferes Verständnis für unterschiedliche Perspektiven.
Chancen für die Zukunft
Der Besuch an der Universität Hawassa zeigte eindrucksvoll, welches Potenzial in einer engeren Zusammenarbeit steckt. Die Offenheit und Neugier der Menschen sowie die grosse Wertschätzung für Bildung bieten eine ideale Basis, um nachhaltige Projekte zu realisieren. Für die hftm eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten, den internationalen Wissenstransfer zu fördern und Bildungsinitiativen zu stärken.
Ein gemeinsamer Weg voller Möglichkeiten
Schon im März wird eine äthiopische Delegation die hftm besuchen – ein klares Zeichen dafür, dass diese Partnerschaft auf eine langfristige Zusammenarbeit ausgelegt ist. Der gegenseitige Austausch bringt nicht nur kulturelle Bereicherung, sondern auch praxisnahe Lösungen für die Herausforderungen technischer Bildung. Eine echte Win-Win-Situation, die zeigt: Bildung verbindet – und schafft gemeinsam Grosses.