Energiegemeinschaften: Warum neues Wissen jetzt entscheidend ist

Energiegemeinschaften verändern die Nutzung von Solarstrom

Photovoltaik ist längst Alltag. Neu ist jedoch, wie der produzierte Strom genutzt und geteilt werden kann. Modelle wie ZEV, vZEV oder künftig LEG ermöglichen es, Solarstrom lokal zu verbrauchen, anstatt ihn, zu wenig attraktiven Konditionen, ins Netz einzuspeisen. Neben den technischen Details ist jetzt vor allem entscheidend, was diese Entwicklung für Fachkräfte bedeutet. Denn klar ist: Energiegemeinschaften verändern die Anforderungen an Planung, Betrieb und Beratung grundlegend.

Was sind Energiegemeinschaften?

Energiegemeinschaften sind Zusammenschlüsse mehrerer Endverbraucher/-innen, die gemeinsam selbst erzeugten Strom nutzen oder verteilen. Sie sind ein zentraler Baustein der dezentralen Energieversorgung und gewinnen in der Schweiz stark an Bedeutung.

Dabei unterscheidet man drei Modelle:

  • ZEV – Zusammenschluss zum Eigenverbrauch
  • vZEV – virtueller Zusammenschluss zum Eigenverbrauch
  • LEG – Lokale Elektrizitätsgemeinschaft (ab 2026)

Mehr als Technik: Energiegemeinschaften als interdisziplinäre Herausforderung

Ob klassischer ZEV im Mehrfamilienhaus, virtueller Zusammenschluss über mehrere Gebäude oder lokale Elektrizitätsgemeinschaften auf Quartiersebene: Diese Modelle funktionieren nur, wenn technisches Verständnis, rechtliche Rahmenbedingungen, wirtschaftliche Überlegungen und organisatorische Abläufe zusammenspielen.

Gefragt sind Fachpersonen, die:

  • Energieflüsse verstehen und beurteilen können
  • gesetzliche Vorgaben richtig einordnen
  • Wirtschaftlichkeit berechnen und erklären
  • Schnittstellen zwischen Eigentümer/-innen, Netzbetreibern und Nutzenden managen

Energiegemeinschaften zeigen exemplarisch, wie anspruchsvoll die Energiezukunft geworden ist und wie breit das dafür nötige Know-how sein muss.

Wissen aufbauen, Zukunft mitgestalten

Genau hier setzt Bildung an. Wer die Energiewende aktiv mitgestalten will, braucht mehr als technisches Grundwissen. Es braucht ein Verständnis für Systeme, Zusammenhänge und neue Geschäftsmodelle.

An der hftm ist dieses Zusammenspiel zentraler Bestandteil der Ausbildung. In praxisnahen Studiengängen wie Energie- und Umwelttechnik erwerben Studierende das Wissen, um moderne Energieversorgung nicht nur zu verstehen, sondern konkret umzusetzen, und das von der Planung über den Betrieb bis zur Weiterentwicklung neuer Modelle.

Fazit: Energiewende braucht Köpfe

Energiegemeinschaften schaffen Mehrwert für PV-Anlagen-Besitzer/-innen. Vor allem aber zeigen sie, wie wichtig qualifizierte Fachkräfte für eine funktionierende, nachhaltige Energieversorgung sind. Wer heute in Wissen investiert, gestaltet morgen die Energiezukunft der Schweiz aktiv mit.